Konzeptbeschreibung

Das Vorhaben: Wohnen an der Kreuzkirche

Die Kreuzkirchengemeinde Cottbus beabsichtigt, in unmittelbarer Nähe zur Kirche ein Mehrgenerationenhaus zu errichten. Das Haus besteht aus 2 Gebäuden mit insgesamt 20 Wohnungen unterschiedlicher Größe.

Die Wohnungen sind zum 1. März 2019 bezugsfertig und sollen an Menschen vermietet werden, die sich mit der Grundidee des Projektes „Wohnen – gemeinsam statt jeder für sich allein“ identifizieren können. Gemeindezugehörigkeit ist dabei keine Voraussetzung.

Der Standort ist günstig; mit der Haltestelle „Bonnaskenplatz“ in unmittelbarer Nähe besteht Anschluss an gleich 2 Straßenbahnlinien (Linie 1 und 4); die Innenstadt ist zu Fuß in 10 Min. erreichbar; das TKC mit Einkaufszentrum und Ärztehaus erreicht man zu Fuß in 5 Minuten.

Das Konzept

Die Kreuzkirchengemeinde betrachtet es als Teil ihres Auftrages in der Gesellschaft, sich für gute gemeinschaftsfördernde Lebensbedingungen von Menschen einzusetzen. Dazu gehört insbesondere, dem von vielen seit der Wiedervereinigung so stark beklagten Trend zunehmender sozialer Kälte entgegenzuwirken.

Schon seit längerem gab es in der Gemeinde die Suche nach konkreten Umsetzungsmöglichkeiten. Der Wille, hier nicht nur etwas zu beklagen oder kluge Reden zu führen, sondern wirklich zu Taten zu schreiten, hat die Gemeinde vorangetrieben, Konzepte zu entwickeln, wie im Umfeld der Gemeinde Lebensmöglichkeiten verändert werden können.

Als sich die Möglichkeit ergab, das Nachbargrundstück (Karlstr. 79) zu erwerben, wurde dieses als Chance begriffen, sich mit einem konkreten Projekt auch für die Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation im Quartier einzusetzen. Dabei ging es nicht darum, eine heimähnliche Institution zu gründen, sondern innerstädtischen Wohnraum zu schaffen, der vom Konzept her der Vereinsamung entgegen wirkt und nachbarschaftliches Miteinander fördert. Dies betrachtet die Gemeinde als Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität im Quartier. Unter der Überschrift „Wohnen – gemeinsam statt jeder für sich allein“ wurde ein Konzept für ein gemeinsames Wohnen entwickelt. Es soll ermöglicht werden, dass Menschen aus allen Generationen – zwar jeder in seiner eigenen Wohnung – aber doch in einem nachbarschaftlichen Verbund zusammen leben.

Grundstück und Gebäude

Haus 1 liegt direkt an der Webschulallee und begrenzt das Grundstück zum Süden hin; Haus 2 steht an der Karlstraße. Beide Häuser sind zum Innenhof hin orientiert. Dieser Innenhof erweitert sich durch die Möglichkeit, auch das Kirchgrundstück Karlstr. 80 mit einzubeziehen, das durch einen offenen Durchgang mit dem neu zu bebauenden Grundstück verbunden ist.

Haus 2 steht Wand an Wand mit dem Gemeindehaus der Kreuzkirchengemeinde, in dessen Erdgeschoss sich Gemeinderäume befinden, die als Gemeinschaftsräume für das Mehrgenerationenwohnen genutzt werden sollen.

Insgesamt sind 8 Wohnungen barrierefrei und 1 Wohnung rollstuhlgerecht konzipiert.

Wie kann es konkret laufen?

Mit den unterschiedlichen Wohnungsgrößen sollen sowohl Einzelpersonen, als auch Paare, als auch Familien unterschiedlicher Größe angesprochen werden. Es geht ausdrücklich darum generationenübergreifendes Wohnen zu entwickeln.

Es sollen Häuser entstehen, die Menschen aus verschiedenen Generationen und in verschiedenen Lebenssituationen zusammen führen; Leben in einem Beziehungsnetz mit allen Generationen soll möglich werden.

Jeder hat seine eigene Wohnung, aber

  • man wohnt in direkter Nachbarschaft zu Bekannten
  • besucht werden und besuchen ist leicht möglich
  • Generationen lernen voneinander
  • ältere Menschen können ihre Kompetenz einbringen („Leih-Opa“ zeigt Kindern, wie man einen Drachen baut; Patenschaften zwischen Jung und Alt entstehen)

Nachbarschaftshilfe

  • junge Leute bringen beim Einkaufen für ältere Leute etwas mit
  • ältere Leute werfen schnell mal ein Auge auf die Kinder, während eine junge Mutter oder Vater noch schnell was erledigen muss
  • junge Leute helfen Älteren, die Geburtstagsfeier zu gestalten
  • junge Leute helfen Älteren bei Behördengängen
  • ältere Menschen haben in Rufweite jemanden, der ihnen bei Bedarf behilflich ist
  • Unterstützung für Alleinerziehende
  • Hausaufgabenhilfe durch Senioren
  • Nebenverdienste durch Wahrnehmung sozialer Aufgaben

Gemeinsame Zeitgestaltung wird möglich

  • ohne lange Wege realisierbar
  • in Gemeinschaftsräumen der Kirchengemeinde kann man z.B. seinen Geburtstag feiern
  • Kinder wachsen gemeinsam mit anderen auf

Gemeinsame Nutzung von Räumen, Einrichtungsgegenständen und Geräten ist möglich

  • Wäschetrockner
  • Werkstatt
  • Freisitze im Garten
  • Gästezimmer
  • Kinder haben Platz auf dem Kirchengrundstück (z.B. Trampolin)

Wohnraum direkt bei der Kirche

  • der Weg zu Gemeindeveranstaltungen bedeutet nur noch ein paar Schritte über den Hof
  • viele – auch Senioren – können sich einbringen bei der Bewältigung gemeindlicher Aufgaben und so sinngebende Tätigkeiten für sich erschließen

Regelmäßige Bewohnerversammlungen sollen dazu dienen, dass das gemeinsame Leben entwickelt wird.

LTV-Beitrag vom 17.01.2018: